Warum #OneBillionRising mehr Probleme generiert als eliminiert

Ursprung von diesem Blogbeitrag war folgender lokaler Zeitungsbericht, der mich über Twitter erreichte ,,Tanz in der Stadt – Gewalt gegen Frauen nicht akzeptabel„.

Mir war die Aktion bis dato unbekannt. Zurecht.

Worum geht es? 

Die #OneBillionRising ist eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung.

Aha. Einwurf: Wenn diese Kampagne tatsächlich auf Gleichstellung abzielt oder dies bewirken möchte, warum ist es dann eine geschlechtsspezifische (lediglich für Mädchen/Frauen) und keine geschlechtergerechte (Frau UND Mann), geschlechterneutrale, transgender (Abweichung der heteronormativen Geschlechter) oder humanistische Kampagne?

Die eine „Milliarde“ deutet auf eine UN-Statistik hin, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer einer Schweren Körperverletzung werden.

Eine sehr traurige und erschütternde Statistik. Diese Gewalt soll weder negiert noch marginalisiert werden. Bei eben jener Formulierung (dem vermischen von zwei gültigen Aussagen in einem Satz) führt beim Lesenden zu einer Kontingenz von beiden Aussagen. Ergo: Eine Milliarde Frauen werden vergewaltigt. Dieser Satz ist linguistisch und faktisch schlicht invalide. Gleichzeitig aber auch ein stilistisches Mittel, um beim Publikum spezifische Gedanken/Gefühle (Appell Aspekt – Schulz von Thun) auszulösen. In diesem Kasus: Überall auf der Welt werden ständig Frauen vergewaltigt und misshandelt. Man könnte auch sagen, hierbei handelt es sich um einen offensichtlichen Manipulationsversuch.

Ungeachtet davon, dass die OneBillionRising Münster Facebook Seite vor lauter stereotypen, klischeebesetzten, tendenziösen, geschlechtereinseitigen, radikal feministische Märchen, weiße cis Männer Generalverdacht/Vorverurteilungen und Misandrie erfüllten Parolen überquillt:

„Liebe Bundesregierung, Ihr müsst endlich handeln und Gewalt gegen Frauen und Kinder ernster nehmen.“

„drinnen sitzen weiße Männer über Frauen zu Gericht, die weiße Männer der Vergewaltigung beschuldigen.“

„Vergewaltigende Männer sind vergewaltigende Männer, egal woher sie kommen.“

„liebe Männer, so erzählt ihnen bitte auch, dass Frauen bei uns für die gleiche Arbeit weniger verdienen“

„74% aller Frauen irgendwann in ihrem Leben sexuell belästigt werden“

(oder TERRE DES FEMMES verlinkt, dessen einzige Sorge bei der gesetzlichen Autorisierung der Genitalverstümmelung von Jungen war, dass eben diese Genehmigung auch eine Legitimation für die Beschneidung von Mädchen darstellen könnte ->Headdesk Award goes to…)

 

Die größten Probleme dieser Kampagne sind folgende:

  1. propagiert das allgemeine, gesellschaftliche und populärmediale  Glaubensbekenntnis vom Unterdrückergeschlecht Mann und dem Opfer Frau
  2. Negiert das Männer ebenso Opfer von Gewalt werden können und werden
  3. Transportiert an Kinder (welche teilnahmen und besonders an Jungen) ein reaktionäres Rollenbild
  4. impliziert das wir (immer noch) in einer patriarchalischen Macho/Rapekultur leben in der Frauen permanent um ihre Integrität fürchten müssen
  5. durch Affirmation von staatlichen/städtischen Stellen (Oberbürgermeister, Frauenbüro, Gleichstellungsausschuss) eine Signalwirkung und die manipulativen Botschaften akzentuiert und manifestiert

 

Warum das alles ein Problem ist?

Weil Männer in der Tat öfter Opfer von Gewalt werden als Frauen  und in jeder Gewaltdelikt Kategorie: Mord und Totschlag, Raubdelikte, Körperverletzung, Straftaten gegen die persönliche Freiheit (bis auf Ausnahme von Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung) die Majorität darstellen. Dabei haben wir das Thema „masked charakter of female crime by Pollak“ noch nicht mal thematisiert. Interessant: Der Anteil von Sexualdelikten gegen Frauen von allen Straftaten pro Jahr beträgt 1,25%. Auf die gesamte weibliche deutsche Bevölkerung extrapoliert wird jede 3.435 Frau (0,029 %) Opfer von einem Sexualdelikt (Man vergleiche die Ausgangsthese, jede Dritte Frau wird vergewaltigt!). Im Kontrast: Jeder 70. Mann wird pro Jahr Opfer von Gewalt (1,43%). Und jede 106. Frau (0,94%) wird Opferin von Gewalt.

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Disclaimer: Die Intention ist nicht eine Kompensation von Straftaten zwischen den Geschlechtern! Nur existiert besonders im Netz und in den sonstigen Populärmedien (Fernsehen, Zeitung) ein (3rd Wave) Feminismus, der per Definition zwar für Geschlechtergerechtigkeit und beide (biologischen) Geschlechter eintritt, de facto aber nur einseitige Frauen Protektion und parallel Männer Vorverurteilungen betreibt. Dadurch entsteht eine enorme Divergenz zwischen Soll und IST Zustand. Deswegen bedarf es einer maskulistischen (nein, das hat nichts mit Patriarchat, Androzentrismus oder Misogynie zu tun, siehe Definition Ferrell Christensen) starken und vorurteilsfreien Stimme, da in der Geschlechterdebatte mittlerweile dermaßen mit zweierlei Maß/Standards gemessen wird, dass ein ebenso beeindruckendes wie bedrückendes Maß einer verzerrten Realitätskonstruktion erreicht ist, das einer kollektiven Gehirnwäsche nahekommt.

Eine Gleichstellung der Geschlechter wird nur durch einen integralen Antisexismus erreicht und durch die gleichberechtigte Förderung aller Geschlechter.

Back to Topic.

Szenario: Selbst wenn Männer lediglich 0,1% der Gesamtopfer darstellen würden…Was veranlasst jemanden, dadurch ein Vorurteil zu propagieren, dass lediglich Frauen Opfer werden? Schließlich würde niemand auf die Idee kommen zu sagen „alle Schwarze sind Verbrecher“…Täte man es doch, würde man zurecht als Rassist bezeichnet. In der Geschlechterdebatte ist selbige Logik aber völlig legitim und profan.

Falls Mann dann tatsächlich Opfer von Gewalt wird, wird ihm aufgrund des allgemeinen antiquierten Rollenbild, kein Vertrauen und Wahrheitsgehalt beigemessen.

Tritt dies dennoch ein, existierten für Männer keinerlei Anlauf-/Beratungsstellen, an die er sich wenden könnte. Im Kontrast zu Frauen: ein städtisches Frauenbüro, welches mit seinen Ansichten, Texten noch im Alice-Schwarzer Feminismus stecken geblieben ist oder eines von 400 Frauenhäusern in Deutschland (wovon ca. 250 staatlich finanziert sind). Dem stehen 2 Männerhäuser gegenüber. Dieser desolate Zustand existiert, obwohl selbst ein Bundesministerium – welches explizit nicht für Männer zur Verfügung steht, da im Namen das männliche Genus nicht inkludiert ist (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) folgendes publiziert:

Von den meisten Gewaltdelikten sind Frauen seltener als Männer als Opfer betroffen.

Genanntes Ministerium bietet zwar auch eine Hotline gegen Gewalt an. Dieses Angebot orientiert sich aber explizit nur an Frauen und durch die Werbekampagne wird erneut das stereotype Täter-Opfer-Rollen-Bild bedient.

Warum denn der polarisierende Titel meines Artikels?

Weil zur Überraschung, eine ehemalige Femen Aktivistin sich auf die Suche der Ursache von (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen macht und dies zur Kognition leitet, was reaktionäre Rollenbilder und Rollenerwartungen (kurz exogene Entwicklungsfaktoren) für Konsequenzen haben können. Dabei stellt sie ein Novum dar. Ansonsten betreiben Feministinnen selten Ursachenforschung, sondern begnügen sich mit Täterbeschuldigungen und purem Aktionismus (Forderung von zusätzlichen Frauenhäusern. In der Medizin wäre dies äquivalent zu einer reinen Symptombekämpfung – Patient hat Fieber aufgrund einer offenen Wunde, statt die Wunde zu behandeln, wird zur ohnehin schon hohen Antibiotika Dosis, eine erneute Gabe injiziert.) Kann man machen. Macht nur einfach keinen Sinn.

Nun habe ich das Problem benannt (siehe 5 Punkte), meinen Wunsch geäußert (Geschlechtergerechtigkeit in allen Belangen und Sensibilität für die Sorgen, Probleme, Bedürfnisse, Situationen von Männern). Meine Lösung für diese unsägliche und mit katastrophalen Folgen assoziierte #OneBillionRising Kampagne:

Abschaffen! Falls doch der Erhalt gewünscht ist, dann bitte den Inhalt und das Motto menschenwürdig ändern:

„Für ein Ende der Gewalt gegen MENSCHEN – Gewalt gegen MENSCHEN ist nicht akzeptabel“ (egal welchen Geschlechts)

denn Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz soll kein isoliertes Lippenbekenntnis sein

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Und diese elementaren humanoiden Manifeste kann einem Niemand absprechen und es kann mir auch Niemand plausibel erklären, warum man gewisse Bevölkerungsgruppen davon exkludieren sollte und darf. Punkt.

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